Bonner Stadtbahnen fallen wohl bis Mitte August aus – KVB-Hilfe soll verlängert werden

Kölner Bahnen sind weiter in Bonn unterwegs - Foto: Radio Köllefornia

Die Kölner Stadtbahnen werden in Bonn offenbar länger gebraucht als zunächst angenommen. Die 60 vorsorglich aus dem Verkehr genommenen Fahrzeuge von SWB Bus und Bahn können voraussichtlich erst Mitte August wieder eingesetzt werden.

Ursprünglich hatten die Stadtwerke Bonn gehofft, erste Bahnen bereits in der kommenden Woche wieder auf die Strecke schicken zu können. Dieser Zeitplan lässt sich nicht halten.

Ein externes Gutachter-Team soll innerhalb der kommenden zwei Wochen gemeinsam mit der Fahrzeugtechnik, der Werkstatt und der Prüfgruppe ein Untersuchungskonzept erarbeiten. Anschließend müssen die zuständigen Aufsichtsbehörden das geplante Verfahren prüfen und einer Wiederinbetriebnahme zustimmen.

„Sicherheit geht vor Schnelligkeit“, erklärte SWB-Geschäftsführerin Anja Wenmakers. Man nehme sich die notwendige Zeit für die intensivierte Prüfung der Fahrzeuge.

Mehrere technische Auffälligkeiten festgestellt

Auslöser der Stilllegung sind Auffälligkeiten an verschiedenen Bauteilen der älteren B-Wagen. Nach Angaben der SWB geht es unter anderem um:

  • Radsatzwellen aus den 1970er-Jahren
  • Dokumentationslücken bei Pressverbindungen
  • nicht ausdrücklich legitimierte Getriebeteile
  • Verschleiß und Materialengpässe bei Federspeicherbremsen

Bei den Radsatzwellen handelt es sich um Bauteile, die die Räder eines Schienenfahrzeugs miteinander verbinden. Teilweise wurden Wellen aus den 1970er-Jahren auch in Fahrzeugen verbaut, die erst in den 1980er-Jahren gebaut wurden.

Bislang seien allerdings keine Auffälligkeiten während des Betriebs und kein Versagen der untersuchten Komponenten bekannt. Die Fahrzeuge wurden vorsorglich aus dem Verkehr genommen, um mögliche Sicherheitsrisiken auszuschließen. Die Werkstatt arbeitet derzeit rund um die Uhr und auch am Wochenende an den Prüfungen.

Kölner Bahnen sollen länger in Bonn bleiben

Die KVB unterstützt Bonn seit Dienstag mit 20 Stadtbahnwagen. Diese werden unter anderem auf den Linien 16, 18 und 63 eingesetzt. Viele Verbindungen fahren trotzdem nur mit einem statt mit zwei Wagen, wodurch deutlich weniger Platz zur Verfügung steht.

Da sich die Wiederinbetriebnahme der Bonner Flotte verzögert, sprechen SWB und KVB nun über eine Verlängerung der Leihe. Eine endgültige Vereinbarung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Aus Köln gebe es jedoch bereits Signale, die Fahrzeuge bei Bedarf über die ursprünglich geplante Dauer hinaus zur Verfügung zu stellen.

Einschränkungen bleiben auch in Köln bestehen

Die Hilfe für Bonn wirkt sich weiterhin auf den Kölner Stadtbahnverkehr aus. Auf der Linie 5 setzt die KVB vorerst nur Einzelwagen ein. Auf der Linie 18 entfallen die zusätzlichen Fahrten, die morgens und nachmittags normalerweise für einen Fünf-Minuten-Takt sorgen. In diesen Zeiten fährt die Linie damit nur alle zehn Minuten.

Wann die 20 KVB-Wagen vollständig nach Köln zurückkehren können, hängt nun von den weiteren Untersuchungen und der Freigabe der Bonner Fahrzeuge ab. Mitte August ist dabei lediglich der derzeit angestrebte Termin – eine Garantie für die Wiederinbetriebnahme gibt es noch nicht.

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