Gesamtschule Holweide demonstriert gegen Kürzungen bei Inklusion
Wie soll Inklusion an Schulen funktionieren, wenn die notwendige Unterstützung fehlt?
Mit dieser Frage beschäftigt sich heute nicht nur der Kölsche Morgen bei Radio Köllefornia. Auch auf Kölns Straßen wird das Thema sichtbar.
Die Gesamtschule Holweide hat für Montag, den 21. September 2026, zu einer großen Demonstration aufgerufen. Rund 2.000 Schüler, Eltern, Lehrer und weitere Unterstützer werden nach Angaben der Organisatoren erwartet.
Die Schulgemeinschaft macht damit auf Veränderungen aufmerksam, die nach ihrer Darstellung die inklusive Bildung an der Schule erheblich beeinträchtigen.
Therapiestellen fehlen seit mehr als zwei Jahren
Die Gesamtschule Holweide verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung.
Doch nach Angaben der Schule fehlen wichtige Voraussetzungen, um dieses Konzept im Alltag weiterhin umzusetzen.
So wartet die Schule eigenen Angaben zufolge seit mehr als zwei Jahren auf die Nachbesetzung einer Ergotherapie- und einer Motopädiestelle.
Hinzu kommen Veränderungen beim Bundesfreiwilligendienst und beim Freiwilligen Sozialen Jahr.
Die Schule berichtet, dass fünf entsprechende Stellen zum 1. Januar 2027 gestrichen werden sollen. Vier davon seien faktisch bereits weggefallen, während die fünfte noch bis November besetzt sei.
Bewerbern seien stattdessen Stellen an städtischen Förderschulen angeboten worden.
Was bedeutet das für den Schulalltag?
Nach Darstellung der Schulgemeinschaft betrifft der Wegfall nicht nur einzelne Betreuungsangebote.
Die bisherigen Helfer unterstützten unter anderem beim Unterricht, bei Rückzugsmöglichkeiten für Schüler, bei der Betreuung während Unterrichtsausfällen sowie beim Schulwegtraining.
Auch die Schülerbibliothek sieht die Schule gefährdet, weil eine dort eingesetzte Stelle in ein anderes Schulsekretariat verlagert werden soll.
Hinzu kommen ungelöste Fragen beim Transport von Schülern mit Behinderung.
Die Schule kritisiert, dass Eltern ihre Kinder teilweise selbst zur Gesamtschule bringen müssen, während für den Besuch einer Förderschule häufig eine Schülerbeförderung organisiert wird.
Demonstration führt durch die Kölner Innenstadt
Für den heutigen Protest wurde folgender Ablauf angekündigt:
- 12 Uhr: Beginn am Bahnhof Köln Messe/Deutz
- 13 Uhr: Kundgebung auf dem Heumarkt
- 14 Uhr: Demonstration vor dem Rathaus während der Schulausschusssitzung
Die Uhrzeiten wurden im Vorfeld unter Vorbehalt veröffentlicht.
Die Frage nach der Ausstattung inklusiver Schulen betrifft dabei nicht nur Holweide.
Wenn Schüler mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam lernen sollen, müssen Betreuung, Therapie, Unterricht und Beförderung entsprechend organisiert werden.
Wie die zuständigen Stellen die angesprochenen Probleme lösen wollen, bleibt damit eine wichtige Frage für die weitere Berichterstattung.
Das Thema war heute unser Thema des Tages im Kölschen Morgen bei Radio Köllefornia.
