220 km/h statt 50: Köln installiert neue Blitzer im Herkulestunnel

© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Köln bekommt neue stationäre Geschwindigkeitskontrollen. Betroffen sind zwei Stellen: die A4 im Bereich Eifeltor beziehungsweise Köln-Klettenberg und der Herkulestunnel als Verbindung zwischen der A57 und der Innenstadt.

Vor allem die Zahlen aus dem Herkulestunnel fallen deutlich auf.

Bei Seitenradarmessungen in Richtung Innenstadt waren nach Angaben der Stadt Köln fast 77 Prozent der erfassten Fahrzeuge zu schnell. Der höchste gemessene Wert: 206 km/h bei erlaubten 50 km/h.

In Richtung Autobahn lag die Verstoßquote sogar bei knapp 88 Prozent. Dort wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h gemessen.

Zwei tödliche Unfälle innerhalb eines Jahres

Bei der geplanten Anlage geht es nicht nur um hohe Messwerte.

Im Bereich des Herkulestunnels kommt es nach Angaben der Stadt immer wieder zu Unfällen. Zwei davon endeten innerhalb der vergangenen zwölf Monate tödlich. In fast allen untersuchten Fällen sei überhöhte Geschwindigkeit Unfallursache gewesen.

Die Unfallkommission aus Polizei Köln, Bezirksregierung, Straßen.NRW und Stadt Köln hat deshalb stationäre Messanlagen in beiden Fahrtrichtungen ausdrücklich befürwortet.

Die Blitzer sollen im vierten Quartal 2026 in Betrieb gehen. Eine Anlage kommt in Richtung A57 auf Höhe der Ausfahrt Ehrenfeld, die zweite in Richtung Innenstadt am Tunneleingang.

Weil dort aktuell kein Feststrom zur Verfügung steht, werden die Anlagen zunächst über Brennstoffzellen versorgt. Die Stadt nennt hierfür Gesamtkosten von 149.000 Euro brutto.

Auch an der A4 wird zusätzlich kontrolliert

Neue Messtechnik kommt außerdem auf der A4 im Bereich des Brückenbauwerks Eifeltor.

Wegen der temporären Verkehrsführung und einer Schrankenanlage vor der Anschlussstelle Köln-Klettenberg gilt der Bereich als Gefahrenstelle. Zwei Messsäulen sollen dort alle drei Fahrspuren überwachen.

Die Inbetriebnahme ist nach aktuellem Stand für Ende September 2026 geplant. Die Anlagen werden zunächst bis Ende Februar 2027 gemietet. Die Kosten dafür liegen laut Stadt bei 49.600 Euro.

Über Geschwindigkeitskontrollen wird gerne diskutiert. Bei Spitzenwerten von mehr als 200 km/h in einem Bereich mit Tempo 50 ist die Begründung der Stadt diesmal allerdings ziemlich eindeutig: Sie will schwere Unfälle verhindern.

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