Köln im Hype-Fieber: Warum wir stundenlang für Essen anstehen

Foto: Nhas City Chicken

Für gutes Essen nimmt man schon mal einen kleinen Umweg in Kauf.

Aber mehrere Stunden in einer Schlange stehen?

In Köln scheint das bei einigen Neueröffnungen gerade zum festen Programm zu gehören. Innerhalb weniger Tage sorgten gleich mehrere Marken und Gastro-Konzepte für Aufmerksamkeit – und teilweise für einen Andrang, mit dem offenbar selbst die Betreiber nicht gerechnet hatten.

Hitschies: Zwei Tage geplant, nach einem Tag Schluss

Am 11. und 12. September sollte der erste Pop-up-Store von Hitschies in der Pfeilstraße 31 öffnen.

Angekündigt waren unter anderem der Adventskalender 2026, neue Produkte und Geschenke für die ersten Besucher. Wer früh genug kam, konnte einen Adventskalender gratis bekommen.

Der Andrang am ersten Tag war allerdings so groß, dass das Unternehmen die Aktion am Standort vorzeitig beendete. Hitschies begründete das mit logistischen Problemen und kündigte einen Standortwechsel an.

Nhas City Chicken: Warten auf Hähnchen und einen Social-Media-Star

Eine Woche später gab es das nächste Bild aus der Innenstadt.

Am 18. September eröffnete Nhas City Chicken seinen ersten Laden außerhalb Berlins – in der Breite Straße 29.

Bereits vor der Eröffnung bildete sich eine lange Schlange. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete von rund 100 Metern Warteschlange. Auch am Folgetag reisten junge Besucher aus verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens an.

Dabei ging es offenbar nicht nur um eine Portion Hähnchen.

Der WDR sprach beispielsweise mit Yunis aus Essen, der bereits zweieinhalb Stunden wartete. Seine Begründung: Wenn der Laden jetzt so nah sei, müsse man eben mal hin – schließlich komme man nicht ständig nach Berlin.

Das ist eine öffentliche Reaktion aus der WDR-Berichterstattung, keine eingesandte Hörermeinung von Radio Köllefornia.

Warum wollen plötzlich so viele gleichzeitig hin?

Bei solchen Neueröffnungen kommen mehrere Dinge zusammen: ein bekanntes Gesicht, Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken, die Aussicht auf besondere Aktionen und das Gefühl, einen Moment nicht verpassen zu wollen.

Für manche Besucher ist das Produkt der Hauptgrund. Für andere gehört das Erlebnis dazu – inklusive Video, Foto und der Geschichte, beim Start dabei gewesen zu sein.

Das ist nicht automatisch schlecht. Eine Neueröffnung kann Spaß machen, und wer sich freiwillig anstellt, trifft seine eigene Entscheidung.

Interessant wird es dort, wo aus „Das würde ich gerne probieren“ plötzlich „Ich muss unbedingt heute hin“ wird.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob Hähnchen oder Süßigkeiten gut schmecken.

Sondern: Würdet ihr auch so lange warten, wenn niemand darüber auf TikTok sprechen würde?

Und der nächste Test steht schon an. Am Donnerstag eröffnet Taco Bell am Hohenzollernring.

Genau darüber sprechen wir heute im Kölschen Morgen: Wie viel Hype macht ihr mit – und wann ist euch eure Zeit zu schade?

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