Tag des offenen Denkmals: Mehr als 160 Orte öffnen in Köln
Mal in die Kölner Kanalisation steigen, durch ein altes Fort laufen oder sich das historische Zeughaus genauer ansehen: Am Samstag und Sonntag, 12. und 13. September 2026, findet in Köln der Tag des offenen Denkmals statt.
Und Köln macht daraus gleich ein ganzes Wochenende.
Während der bundesweite Aktionstag offiziell am Sonntag stattfindet, läuft das Kölner Programm wegen seiner Größe bereits am Samstag. Mehr als 160 Denkmale öffnen ihre Türen. Das Motto lautet in diesem Jahr „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.
Köln hat rund 9.500 Denkmale
Dass man dafür ein komplettes Wochenende gebrauchen kann, überrascht kaum: In Köln gibt es rund 9.500 Denkmale aus etwa 2.000 Jahren Stadtgeschichte.
Beim Aktionswochenende geht es ausdrücklich nicht nur um bekannte Kirchen oder historische Fassaden. Straßen, Brücken, Parks, Festungsanlagen, technische Infrastruktur, Funkhäuser und historische Fahrzeuge gehören ebenfalls zum Programm. Viele Orte sind im normalen Alltag überhaupt nicht oder nur eingeschränkt zugänglich.
Unter Köln in den Kronleuchtersaal
Einer der ungewöhnlichsten Orte liegt ungefähr sieben Meter unter der Erde.
Der Kronleuchtersaal am Theodor-Heuss-Ring gehört bis heute zum funktionierenden Kölner Kanalnetz. Das Bauwerk entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Zur geplanten feierlichen Einweihung wurden dort tatsächlich Kronleuchter angebracht – daher der Name.
Am Wochenende werden Führungen angeboten. Wer jetzt spontan Lust darauf bekommt, hat allerdings schlechte Karten: Die aktuell im Buchungsportal der Stadtentwässerungsbetriebe aufgeführten Führungen sind bereits ausgebucht.
Fort Paul und Zeughaus ebenfalls dabei
Auch das Fort Paul im Volksgarten öffnet. Die Festungsanlage wurde 1822 gebaut und gehörte zum inneren preußischen Befestigungsring. Später wurde das Gelände Teil des Volksgartens. Am Samstag ist das Fort von 12 bis 22 Uhr, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Mit dabei ist außerdem das historische Zeughaus in der Zeughausstraße. Das ehemalige städtische Waffenarsenal entstand zwischen 1594 und 1606. Dort werden am Wochenende unter anderem Ideen gezeigt, wie das Zeughaus und die angrenzende Alte Wache künftig wieder stärker als Kulturort genutzt werden könnten.
Genau das macht den Tag des offenen Denkmals spannend: Man läuft in Köln täglich an Geschichte vorbei – und weiß teilweise überhaupt nicht, was sich hinter der nächsten Tür, unter der Straße oder hinter einer alten Mauer verbirgt.
